Dienstag, April 11, 2006

Momente, an die ich mich nicht erinnern kann V

Der Abschluss der Serie in der Serie: Alkoholeskapade Nummer Drei. Es müsste Ende September des Jahres 1996 gewesen sein, an einem Freitag. Zusammen mit einem Kumpel, mit dem ich zu der Zeit fast ständig jedes Wochenende unterwegs war, hatte ich den Weg zum Limit angetreten, mein Bruder und ein guter Kumpel vom ihm, der uns fuhr, waren ebenfalls mit von der Partie. Lang, lang ist es her: damals war auch schon vor 12 noch ordentlich was los und wir waren auch deutlich vor Mitternacht da. Irgendwie trieb der Hunger den Kumpel und mich noch zur Döberbude (Rana), die sich damals noch in unmittelbarer Nähe zum Limit befand (da, wo der Aldi mittlerweile auch nicht mehr ist - ist da in dem Gebäude auf der linken Seite an der Einfahrt zum Gewerbegebiet Ihrhove eigentlich überhaupt noch irgendwas drin?) und futterten erstmal einen Döner (der später auch noch mal wieder Erwähnung finden wird). Dann ging's zurück und rein in die gute Musikstube. Irgendwann machten der Kumpel und ich uns dann mal wieder auf dem Weg nach draußen, wo uns eine Bekannte über den Weg lief, die gerade an dem Tag Geburtstag hatte. Mit den Worten "passt mal darauf auf, ich muss dringend mal rein" drückte sie uns ihren Rucksack, aufgrund ihres Geburtstages gut gefüllt mit Alkohol, in die Hand - ganz blöde Idee...
Nachdem sie nach einiger Zeit noch nicht wiedergekommen war, inspizierten der Kumpel und ich den Inhalt und stießen unter anderem auf eine noch gut gefüllte Flasche Tequila (Sierra Silver) - ich meine noch zu ca. zwei Dritteln, aber zumindest noch zur Hälfte gefüllt. Nach einiger Zeit war sie es auf jeden Fall nicht mehr, nur noch einige Tropfen ließen sich vielleicht aus der Flasche holen. Und so guckten wir weiter und fanden eine Flasche Bacardi, an der wir uns dann wohl auch noch ein wenig vergingen (so genau weiß ich das nicht mehr, meine wenig später komplett aussetzende Erinnerung lässt mich da ein wenig im Stich). Danach war für einige Zeit dann erstmal Hörensagen angesagt - so soll ich nach einer Zeit wieder zurück ins Innere der Diskothek gegangen sein und mich brav neben die Mitfahrgelegenheit gestellt haben. Beim Verlassen aber setzte die Erinerung dann ab einem gewissen Moment wieder ein. Damals stand dieser Wellblechzaun (im Nachhinein betrachtet vielleicht leider) auch noch nicht da auf dem Gelände zwischen dem Limit und der damals noch nicht existierenden Tankstelle und bot einigen Fahrzeugen mehr die Möglichkeit, dort abgestellt zu werden. Und genau dort hatte der Kumpel meines Bruders auch geparkt. Und ich ging zielstebig voran den Weg zum Auto, mein Bruder und sein Kumpel folgten (wie mein Kumpel an dem Abend nach Hause kam, weiß ich - verständlicherweise? - auch nicht mehr), bog auch direkt zum Auto ab, versäumte es jedoch, dort anzuhalten (warum auch immer). Ein Fehler: ich hatte das Gelände der Kieshaufen betreten, die sich wohl auch heute noch dort befinden dürften, zum Schutze der zumeist gegenüber dieser Tatsache ahnungslosen Limitgäste jedoch in der Zwischenzeit in besagtem Wellblechgefängnis unter Arrest gestellt. Und da Kieshaufen recht dominante Geschöpfe sind und kein unerlaubtes Eindringen dulden, wurde ich nur allzu bald von einem dieser Kreaturen völlig unvorbereitet frontal angefallen und zu Fall gebracht. Irgendwie entkam ich dennoch den Klauen der Bestie und wurde in Sicherheit gebracht. Der Heimweg blieb dennoch nicht ereignislos, der Kampf mit der Bestie hatte Spuren hinterlassen und ließ mich ein wenig angeschlagen auf der Rückbank zurück. Irgendwann musste ich dem Fahrer wohl bedeutet haben, dass mir "ein wenig" unwohl sei, woraufhin er kurz vor McDoofs (immerhin den gab's damals auch schon...) auf einem Parkplatz anhielt - Tür auf, Kopf raus, und den eingangs erwähnten Döner dort hinterlassen (Kommentar meines Bruders: "der sah eigentlich noch ganz genießbar aus..." - das zum Thema Unappetitliches kurz vor der Mittagszeit). Zuhause ging es dann rasch ins Bett, wobei ich jedoch nicht großartig viel Zeit hatte, mich zu erholen - denn am Vormittag ging es wieder auf Tour: zwei Wochen Frankreichaustausch (unter anderm mit Ole), wobei mein etwas verschorftes Kinn in den Anfangstagen immer noch von diesem heimtückischen Überfall zeugte (seltsamerweise wurde ich in der Regel aber nie selbst von den Franzosen, wovon ich einige auch noch vom Vorjahr kannte, darauf angesprochen - außer von der Gastfamilie - sondern eigentlich immer mein Bruder deswegen befragt).
Dieser Vorfall war jedoch nicht die Ursache für die Narbe an meinem Kinn, die ich seitdem in der Regel unter einem Kinnbart verstecke - das war zwar auch ein ebenso überraschender Überfall eines unerwarteten Gegners, aber zumindest konnte ich mich an die Silvesternacht 1998/99 noch vollends erinnern. Und auch wenn ich dieses Mal nicht dem Kruiden zum Opfer gefallen bin, erwähnt sei er in dieser Geschichte trotzdem: ich hatte meinem Gastvater in Frankreich natürlich eine Flasche dieses ostfriesischen Originals mitgebracht und eines Abends meinte er, wir sollten doch mal zusammen einen trinken. Ich lehnte dankend ab, was er mit einem scheinbar wissenden Lächeln beantwortete...

5 Comments:

Blogger Oles wirre Welt said...

Kruiden nix gutt fjurr bleibe njuchterrn :)

11/4/06 13:41

 
Blogger Galen said...

Pavel Pugardnik chat gesprrrochen?

11/4/06 14:14

 
Blogger Oles wirre Welt said...

On ne sait jamais qui parle, parfois... oder so. :)

11/4/06 15:21

 
Blogger Straightforward said...

ja ja der kruiden, den rühr ich nicht mehr an einmal hat glaube ich gereicht, manche lernen halt aus fehlern, oder etwa nicht enno? :)

geht es eigentlich nur mir so, ich denke immer wieder diese wortbestätigung ist nur dazu da, mich zu ärgern.

11/4/06 15:21

 
Anonymous Carolin said...

Was auch immer das ist, wovon ihr da redet. Wohl irgendein lokaler Schnaps? Auf jeden Fall, zum Thema: "ach deshalb tat mir am morgen danach alles so weh..." bin so vor einiger Zeit mit einem Freund unterwegs gewesen, und wir haben auch voller Freude die ganze Nacht gefeiert. Als wir dann jedoch so in den frühen Morgenstunden nach hause wollten, ist er auf dem Weg nach draussen die doch äuserst steile Treppe von dem Laden runtergeflogen... Stunden später beim Frühstück, er hatte bei mir übernachtet, meinte er dann: "ich weiss auch nicht, mir tut irgendwie alles so weh..." Er konnte sich auch null daran erinnern, eben jene Treppe runter geflogen zu sein!

12/4/06 08:49

 

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