Donnerstag, Januar 26, 2006

M.

Ill Communication I
(inspiriert von One Man And His Droid - Flags And Books)

Hätte es anders laufen können? Hätte er zumindest für eine Zeitlang der Mann an ihrer Seite sein können, wenn er die Chance genutzt hätte?
Über eine Freundin hatte er sie kennengelernt und zufällig besuchten alle drei die gleiche Veranstaltung. Doch bis zum Ende hielten sie es eigentlich nie aus, dann verließen sie den Hörsaal und tranken einen Kaffee in der Cafeteria. Auch wenn sie in der Vorlesung nicht immer zusammensaßen, wie an jenem Termin, als jedes gefühlte dritte Wort Fragebogen war und er es schon langsam nicht mehr hören konnte. Er sah die beiden am Fenster vorbeilaufen und sie sahen ihn auch. Ein paar Gesten und die non-verbale Kommunikation hatte zu einem Ergebnis geführt. Sachen packen und nichts wie raus. Es war Kaffeezeit.
Irgendwann in diesem Zeitraum merkte er, dass er mehr für sie empfand als bloße Freundschaft. Und eines Tages standen die Chancen in seinen Augen nicht schlecht. Nachdem man zusammen mit Freunden in der Diskothek waren, übernachtete er bei ihr. Als sie in die Wohnung zurückkamen, überlegte er, ob er „es“ ihr sagen sollte. Er verschob es auf den nächsten Morgen.
Als er seine Sachen zusammengepackt hatte, sah er auf. Sie stand mitten im Raum und sah ihn an. Irgendwie hatte er in diesem Moment das Gefühl, als ob sie auf etwas wartete. Es wäre vielleicht ein guter Moment gewesen, doch er konnte die entscheidenden Worte nicht über seine Lippen bringen.
Ein paar Wochen später war er wieder bei ihr, diesmal zusammen mit der gemeinsamen Freundin. Lernen für die Klausur war angesagt. So konnte es nicht weitergehen, dachte er sich und beschloss, ihr einen Brief zu schreiben. Es dauerte einige Blätter bis er einen annehmbaren Versuch vor sich hatte, dass er abschicken konnte. Ein paar Tage später hatte er auch eine Antwort im Postkasten. Der Inhalt kam ihm seltsam bekannt vor, hatte er es doch schon ein paar Mal gelesen: Sie sah in ihm einen guten Freund und mochte ihn auch recht gern, aber mehr halt nicht. Zudem hatte die nur ein paar Tage zuvor jemanden kennengelernt.
Die Semesterferien boten genug Zeit zur Zerstreuung. Und obwohl vor allem er sich in den Jahren verändert hatte, waren sie immer noch Freunde geblieben.

8 Comments:

Blogger Galen said...

Noch eine kleine Story zum Thema Antworten auf Liebesbriefe:

Irgendwann in der (zweiten) 12. hatte ich meiner damaligen Angebeteten (R.) auch einen Liebesbrief geschrieben und dann von einem Kumpel, mit dem sie vorher zusammen Unterricht hatte, ihr Antwortschreiben bekommen. Der Kumpel war natürlich neugierig und so öffnete ich den Brief, gewissermaßen zwischen Tür und Angel. Irgendwie fiel mir das P.S. am Ende zuerst ins Auge und das sagte schon alles: „Ich hoffe, wir können trotzdem gute Freunde bleiben“ stand dort. Ich faltete den Brief wieder zusammen. Das reichte eigentlich ja schon vollends aus, auch wenn ich später über den Kumpel, der ihr wohl von dieser Begebenheit erzählt hatte, zu hören bekam, dass sie sich wohl ein wenig darüber echauffiert hatte, wie man denn das P.S. zuerst lesen könne.
Das Paradoxe war, dass ich nicht der einzige aus unserer (Beach-) Volleyballclique war, der sich in sie verliebt hatte. So bekam der schon erwähnte Kumpel mehr oder weniger zeitgleich von seinen drei Mitspielern ähnliches zu hören. Keiner von uns dreien war aber mit ihr zusammen. Das oben war meine „Abfuhr“.

26/1/06 13:36

 
Anonymous Eine aus Frankfurt said...

achja, das berühmte "lass uns Freunde bleiben"... wer hat das nicht so oder ähnlich (schliesslich auch beim Schlussmachen sehr belieber "tröstender" Ausspruch) schon mal zu hören bekommen! Allerdings sind Antworten auf Liebesgeständnisse, auch wenn der Inhalt nicht so gefällt, immer noch besser, als gar keine Rückmeldung zu bekommen (habe festgestellt, dass der Kontaktabbruch auch eine beliebte Form von Männern ist, auch so etwas zu reagieren, ohne auch nur ein sterbenswörtchen über den "Gefühlsausbruch" zu sagen. Frei nach dem Motto: wenn ich für den Rest meines Lebens so tue, als ob ich sie nicht kenne, wir sie schon kapieren, was ich ihr sagen will *g* klar, kappieren ist nicht das Problem, schade ist es nur, dass die Gefühle so wenig Wert sein sollten, dass sie nicht mal einer Antwort wert sein sollten. Aber so ist das halt.
Und manchmal finde ich, kann sich aus Abfuhren oder einfach nicht entwickelten Beziehungen oder auch aus Ex-Beziehung wunderbare Freundschaften entwickeln, denn schliesslich gab es ja meistens gute Gründe,warum man zusammen war oder mal was von demjenigen wollte. Und sowas kann man dann ja auch als Freund schätzen, oder? aber vielleicht sind Frauen da eher so, hab die Erfahrung gemacht, dass Männer eher nicht so auf Kontakt halten aus sind???
ups, könnte noch mehr schreiben, aber das wird dann wohl ein wenig lang. Kurzfassen ist nicht meine Stärke ;-)

26/1/06 13:51

 
Blogger Galen said...

Äh ja, tja, äh-hä, da sag ich jetzt mal einfach nichts zu...
Mit kommt nur eine recht seltsame Theorie in den Kopf.

26/1/06 14:09

 
Anonymous Eine aus Frankfurt said...

Was denn? Kennt doch jeder sowas, oder? Oder zumindest so in der Art. Wollte dir nicht zu nahe treten...*verwirrt drein schau*

26/1/06 14:18

 
Blogger Oles wirre Welt said...

Es hängt ja nicht zuletzt auch von den Umständen und Ursachen des Endes ab. Da schlägt die Praxis gern die wohlmeinende Theorie in die Flucht. :)

26/1/06 23:47

 
Blogger Galen said...

Ganz genau, Herr C. Und man nimmt dann gleich ganze "Ortschaften" in Sippenhaft und erklärt sie zur Verbotenen Stadt - ach ja: verboten... spielt nicht auch die eben solche Liebe dort? *zurückfrotzel* ;)

27/1/06 12:07

 
Blogger Oles wirre Welt said...

durchaus, Sack! ;)

27/1/06 13:01

 
Blogger Galen said...

Durchaus, was? Alles?

27/1/06 14:41

 

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