Freitag, Januar 27, 2006

P.

Ill Communication II

Er kannte sie schon seit langer Zeit. Zwar sahen sie sich aufgrund räumlicher Trennung nicht so oft, dennoch waren sie gute Freunde. Bis zu dem Abend, als sie gemeinsam auf einer Party waren. Alle hatten jede Menge Spaß gehabt und auch einiges getrunken. Die anderen hatten sich in der Zwischenzeit in ihre Betten und Schlafsäcke verkrochen, nur die beiden bleiben allein im Wohnzimmer auf ihrem Nachtlager zurück. Und dann passierte das, was im Nachhinein gesehen nicht hätte passieren dürfen. Sie kuschelten sich aneinander, kamen sich näher, Küssen, gegenseitiges Streicheln... auch wenn es – glücklicherweise oder leider, er war sich da im Nachhinein nicht ganz sicher, wie er es beurteilen sollte – nicht bis zum Äußersten ging. Nach dem Aufwachen gab es noch ein paar Küsse, als sie beiden ungestört waren, doch wenig später musste er los. Als er später zuhause war, fragte er sie per SMS, was nun zwischen ihm sei. Sie antwortete, dass sie es auch nicht wüsste, meinte aber, man solle einfach alles auf sich zukommen lassen.
Doch dann begann die Phase, die er später vielleicht sogar noch mehr bereute als die gemeinsame Nacht. Er hatte einige Tage überlegt und war zu dem Schluss gekommen, für sie auf gewohnte Dinge zu verzichten oder diese zumindest stark einzuschränken, nur um mit ihr zusammen zu sein. Da er sich nicht traute sie anzurufen, schrieb er wieder eine SMS, unwissend, dass sie gerade ganz andere Probleme und deswegen „keinen Bock auf weiteren Stress“ hatte. In seiner Enttäuschung wählte er Worte als Antwort, die leicht falsch zu verstehen waren, was sie selbstverständlich auch prompt tat – und sie wohl auch mit zu dem Entschluss brachten, es bei einer platonischen Freundschaft zu belassen. Daran konnte seine Entschuldigung natürlich auch nichts mehr ändern. Sie hatte ihn zwar immer noch lieb, liebte ihn jedoch nicht – ein gravierender Unterschied.
Er schrieb ihr zwar noch ein paar Mal per SMS, doch spätestens nach der vorletzten, in Anbetracht seines fatalistischen Gemütszustandes mit viel zu wenig Alkohol im Blut nach einer Feier (sonst hätte er die SMS wohl nie geschrieben) – bekam er keine Antwort mehr. So beschloss er, ihr vorerst auch nicht mehr zu schreiben. Er war gespannt, was ihre nächste Begegnung anging, ihr Verhalten gegenüber. Die Zukunft würde es zeigen, ob sie überhaupt noch reine Freunde bleiben konnten oder ob diese eine Nacht nicht viel zu viel zerstört hatte. Das nächste Treffen würde wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

2 Comments:

Anonymous Eine aus Frankfurt said...

hat denn das im letzten Satz erwähnte Treffen inzwischen stattgefunden? Du scheinst echt ein Händchen dafür zu haben, selbst Sachen, die ganz gut anlaufen, doch eher nicht auf die Reihe zu kriegen, oder? Jetzt weiss ich auch, was du mit "schwierigen Frauengeschichten" meinst...Zumindest klang doch der Anfang dieser Geschichte ganz viel versprechend für dich...Schade, eine mit happy End wäre doch auch mal was, hätte natürlich aber nicht in die Triologie gepasst, schon klar!

2/2/06 13:50

 
Blogger Galen said...

Scheint so. Das Treffen hat noch nicht stattgefunden, dürfte diesen Monat allerdings wohl noch passieren. Irgendwie gab's in Sachen Liebe bisher noch nie wirklich ein Happy Ending für mich (wenn man zugrunde legt, dass ich derzeit ja solo bin), nur ein paar schöne Phasen.

2/2/06 16:58

 

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